Mittwoch, 15. Februar 12 um 09:33 Alter: 94 Tag(e)

Land baut Familienzentren aus


Kreis Lippe/Detmold. 150 neue Familienzentren will das Land Nordrhein-Westfalen einrichten. In Lippe sollen zu den 45 bereits existierenden Familienzentren zwei neue hinzukommen. Erstmals richtet sich die Verteilung nicht nach der bloßen Kinderzahl, sondern berücksichtigt auch soziale Merkmale, wie der Landtagsabgeordnete Dennis Maelzer (SPD) berichtet.
 
Es sei sinnvoll möglichst frühzeitig in Vorsorge zu investieren, erklärt Maelzer: „Familienzentren können dazu einen wichtigen Beitrag leisten, wenn es gelingt Hilfen dort anzubieten, wo viele benachteiligte Familien wohnen.“ Die Landesregierung habe die Verteilung der neuen Familienzentren auf die Jugendämter deshalb anhand eines Sozialindexes festgelegt, dem die Messgrößen „Kinder unter 7 Jahren in Bedarfsgemeinschaften“ und „Abgänger ohne Schulabschluss“ zu Grunde liegen.  Der Ausbau der lippischen Familienzentren soll im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes sowie der Stadt Detmold erfolgen.
Dies sei ein weiterer Schritt der Qualitätsverbesserung, nachdem bereits in der ersten Stufe der Kibiz-Revision die Finanzmittel aller Familienzentren aufgestockt worden seien, erläutert Maelzer. Eine gute Versorgung in der Fläche sei in Lippe weitgehend erreicht. Mit künftig 47 Familienzentren liege Lippe OWL-weit an der Spitze. Im Kreis Gütersloh gibt es nach Auskunft des Familienministeriums derzeit 44 Familienzentren, gefolgt von Minden-Lübbecke mit 39 Familienzentren. Der Kreis und die Stadt Paderborn verfügen gemeinsam über insgesamt 33 Familienzentren. In der Stadt Bielefeld tragen 34 Einrichtungen die Bezeichnung Familienzentrum. Schlusslicht in Ostwestfalen-Lippe ist der Kreis Höxter mit derzeit 20 Einrichtungen. Neben Lippe sollen auch die anderen OWL-Kreise vom Ausbau profitieren.
„Wir sind überzeugt, dass der Ausbau der Familienzentren vor allem in sozial benachteiligten Milieus der richtige Weg ist. Unser Ziel ist es, jedes Kind mitzunehmen und die Familien bei der Erziehung zu unterstützen“, erläutert Maelzer. Ein vorsorgender Sozialstaat müsse dafür sorgen, dass Probleme frühzeitig erkannt werden, bevor später teuer in Nachsorge investiert werden müsse. Ein Beispiel sei die Vermeidung von Inobhutnahmen, die einer der größten Kostenfaktoren bei Jugendämtern seien. Familienzentren könnten durch die Vermittlung von Hilfen bei Erziehungsproblemen dazu beitragen, dass Familien intakt blieben und der oftmals schmerzhafte und teure Weg der Inobhutnahme vermieden werden könne. Maelzer ist Mitglied im Familienausschuss des Landtages.
 


 
Dennis Maelzer
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