29.08.2017 16:39

SPD: Konzept und Kosten noch unklar

Viele Fragen zur Medizinfakultät unbeantwortet

Ostwestfalen-Lippe/Bielefeld. Die Landesregierung weiß weder „wann“ eine Medizinische Fakultät in Ostwestfalen-Lippe an den Start gehen kann, noch mit welchen Kosten dafür zu rechnen sind. Mögliche Standorte sind ebenfalls noch unbekannt. Ein Konzept für den Aufbau einer Medizinfakultät liegt noch nicht vor, antwortete das Wissenschaftsministerium auf eine Kleine Anfrage der SPD-Abgeordneten Dr. Dennis Maelzer (Detmold) und Georg Fortmeier (Bielefeld).

„Es überrascht mich schon sehr, dass nach Auskunft der Landesregierung noch nicht einmal Gespräche mit Universität Bielefeld aufgenommen wurden“, erklärt Georg Fortmeier, Mitglied im Wissenschaftsausschuss des Landtages. Mehr als sieben Wochen habe das Ministerium mit seiner Antwort auf sich warten lassen. Die Zeit hätte genutzt werden sollen, die Pläne für eine Medizinfakultät zu konkretisieren: „Bislang ist das nur Ankündigungspolitik“, so Fortmeier.

Dennis Maelzer, Sprecher der SPD-Abgeordneten aus OWL, schwant Böses bei der Finanzierung der Medizinerausbildung. Nicht einmal die immer wieder gegenüber den Medien genannten 50 Millionen Euro habe das Ministerium bestätigen wollen: „Wahrscheinlich weil sie wissen, dass die Summe hinten und vorne nicht reicht“, vermutet Maelzer. Der SPD-Abgeordnete hat den Medizinischen Fakultätentag um eine Kosteneinschätzung gebeten. Bei einer adäquaten Ausstattung für Forschung und Lehre rechne der Verein mit jährlichen Kosten von etwa 100 Millionen Euro für eine neue medizinische Fakultät in Bielefeld. Hinzu kämen einmalige Investitionskosten, die ebenfalls im dreistelligen Millionenbetrag liegen könnten.

Ein valider Zeitplan könne erst nach Vorliegen eines abgestimmten und tragfähigen Konzeptes genannt werden, schreibt das Wissenschaftsministerium. In Augsburg hätten zwischen Ankündigung und Start der Medizinfakultät acht Jahre gelegen, so Maelzer: „Wenn man dazu die sechsjährige Regelstudienzeit rechnet, dann kann OWL nicht vor 2031 mit den ersten Medizinabsolventen rechnen“, befürchtet Maelzer. Selbst das sei aber nur mit einem realistischen Kostenansatz zu schaffen.

Auch der Regionalvorstand der SPD in Ostwestfalen-Lippe hat sich mit der Medizinversorgung befasst. Die Sozialdemokraten stehen demnach allen Maßnahmen aufgeschlossen gegenüber, die einer besseren medizinischen Versorgung dienlich seien. Dabei hoben sie auch die positiven Wirkungen der Kooperation von OWL-Kliniken mit der Universität Bochum hervor. Damit würden bereits in diesem Herbst mehr als 120 angehende Medizinabsolventen in der Region ausgebildet.

 

 

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