18.06.2020 12:00

Vor einem Monat hat Minister Stamp ein Personalgewinnungsprogramm für die Kitas versprochen. Doch bis heute sind dafür keine Details geklärt.

Kreis Lippe. Seit knapp zwei Wochen dürfen alle Kinder in NRW unter Einschränkungen wieder in ihre Kita gehen – auch in Lippe. Eine gute Sache und eine Entlastung für Familien, die von vielen Einrichtungen in NRW aber mit wesentlich weniger Erzieherinnen und Erziehern gestemmt werden muss. Denn ein nicht unerheblicher Teil der Fachkräfte zählt zur Risikogruppe. „Zur Entlastung hatte Minister Joachim Stamp vor vier Wochen öffentlich ein Personalgewinnungsprogramm für die Kitas versprochen. Fakt ist, dass bis heute nicht mal die Anforderungen und die Finanzierung dafür geklärt sind“, ärgert sich der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher seiner Fraktion, über die mangelnde Unterstützung der Kitas.

Im Familienausschuss hatte die SPD nach dem Stand des Personalgewinnungsprogramms gefragt, das Stamp bereits Mitte Mai angekündigt hatte. Mit dem Programm sollten Hilfskräfte für die Kitas gewonnen werden, die die pädagogischen Fachkräfte vor Ort entlasten sollen – beispielsweise beim Händewaschen, Schuhe an- und ausziehen der Kinder usw. „Es ist enttäuschend, dass einen Monat später dafür noch nichts geklärt ist“, kritisiert Maelzer.

Wie dringend viele Kitas diese personelle Unterstützung bräuchten, zeigt ein Blick auf die Zahlen. „Mehr als 10.000 Kitas gibt es in NRW, von denen viele mit Personalproblemen zu kämpfen haben. Denn mehr als 6.000 Einrichtungen stemmen die Betreuung der Kinder derzeit mit weniger als 80 Prozent des Personals, das ihnen normalerweise zur Verfügung steht“, rechnet Maelzer vor.

Daher wäre es umso wichtiger gewesen, dass Minister Stamp das versprochene Personalgewinnungsprogramm schnell an den Start bringt. Die Realität ist eine andere: „Vier Wochen lang hat sich in der Sache nichts getan, womit man Zeit verschwendet hat“, kritisiert Maelzer die Landesregierung. Auszubaden haben das die Kitas. „Wer selbst kleine Kinder hat, die eine Kita besuchen, der weiß, wie sehr die Erzieherinnen und Erzieher improvisieren müssen, wenn im Normalbetrieb nur ein oder zwei Kolleginnen und Kolleginnen krankheitsbedingt ausfallen“, erklärt Maelzer. „Wir fordern die Landesregierung auf, schnellstens für Entlastung in den Kitas zu sorgen.“

Dass nicht existente Personalgewinnungsprogramm ist nur ein Beispiel für die mangelnde Unterstützung seitens der Landesregierung. In der vergangenen Woche hatten die Kitas in NRW vom Land Schutzmasken erhalten – allerdings in Einzelteilen, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betreuungseinrichtungen selbst zusammensetzen sollten bzw. mussten. „Erzieherinnen und Erzieher sind keine Basteltanten und -onkel. Weniger Wertschätzung geht kaum“, kritisiert Maelzer.

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