Maelzer spricht bei Mahnwache
24.09.2014 13:56

Maelzer spricht bei Mahnwache

Detmold. Mit einer Mahnwache wurde auf dem Detmolder Marktplatz gegen die Gewalt der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) im Nordirak protestiert. An der Kundgebung beteiligten sich Bürgermeister Rainer Heller, der Landtagsabgeordnete Dr. Dennis Maelzer sowie Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen- und Moscheegemeinden aus Detmold. An der Mahnwache beteiligten sich etwa 300 Besucher. Ferhat Akman vom Verein Ezidischer Kefnas e.V. riefen zu spenden für die Arbeit des „Verbands Kurdischer Ärzte in Deutschland e.V“ auf. Das Spendenkonto finden Sie Am Ende des Textes.

 

Rede von Dr. Dennis Maelzer MdL zum Nachlesen:

Meine sehr geehrte Damen und Herren,

ich bedanke mich, dass ich als Landtagsabgeordneter für unsere Region zu Ihnen sprechen darf. Ich möchte Ihnen zum einen die Grüße des Integrationsstaatssekretärs Thorsten Klute übermitteln und Ihnen die Solidarität des Landes Nordrhein-Westfalen versichern.

Die Nachrichten, die uns aus Syrien, vor allem aber aus dem Nordirak erreichen sind hochdramatisch. Terroristen des so genannten Islamischen Staats begehen abscheuliche Verbrechen gegen die Jesiden in der Region, aber auch gegen Christen und andere Muslime.

Ich weiß, viele von Ihnen sind ganz persönlich betroffen. Sie machen sich Sorgen um Freunde und Verwandte. Viele Familien, die sich heute bei dieser Mahnwache versammelt haben, haben selbst Opfer zu beklagen. Sie alle sollen wissen. Sie sind in Ihrer Trauer und Ihrem Schmerz nicht alleine. Die Menschen in Lippe nehmen Anteil und verschließen ihre Augen nicht vor dem Leid, das sich derzeit im Nordirak abspielt.

Ich finde es sehr wichtig, dass sich heute Menschen der verschiedenen politischen Ebenen, aber auch von verschiedenen Glaubensrichtungen an der Mahnwache beteiligen.

Die Botschaft ist ganz deutlich:

Keine Religion rechtfertigt Terror und die Vertreibung von Menschen aus ihrer angestammten Heimat.

Keine Religion rechtfertigt die Verschleppung, Vergewaltigung, Zwangsverheiratung und Versklavung von Frauen.

Keine Religion rechtfertigt bestialische Morde.

Und da dies keine Religion tut, war und ist es so wichtig uns klar zu machen. In Wirklichkeit geht es hier gar nicht um einen Konflikt zwischen Religionen. Die IS-Terroristen mögen sich „Islamischer Staat“ nennen. Sie stehen aber nicht für eine Religion, sondern für eine menschenverachtende, antidemokratische Ideologie, die ein Angriff auf unsere Sicherheit und die Freiheit von uns allen ist.

Ich bin froh und dankbar, dass die muslimischen Gemeinden in Deutschland dies am vergangenen Freitag noch einmal deutlich unterstrichen haben. Es wichtig: Nicht der Islam ist unser Feind. Unser Feind heißt Terrorismus, unser Feind heißt Fundamentalismus.

Der gewaltbereite Salafismus ist die am schnellsten wachsende verfassungsfeindliche Bestrebung in Deutschland mit bundesweit etwa 6.000 Anhängern. Wir müssen selbstkritisch konstatieren: Die Öffentlichkeit und auch die Politik haben diese Gefahr zu lange unterschätzt.

Und auch der Vormarsch der IS-Terroristen und das Leid der Menschen im Nordirak ist zu lange nicht im Fokus der Öffentlichkeit gewesen. Das hat sich geändert.

Und das ist auch ein großer Verdienst der jesidischen Gemeinde in Deutschland. Das zeigt: In einer Demokratie findet der friedliche Protest Gehör und er führt zu Veränderungen.

Deutschland unterstützt die Opfer der IS-Terrormiliz in Nordirak. Ich glaube wir müssen aber gerade in humanitärer Hinsicht noch mehr tun als bislang. An diesem Wochenende erreichte uns die Nachricht, dass mehr als 130.000 Menschen aus den Kriegsgebieten geflohen sind. Das heißt, in den angrenzenden Staaten sind an einem Wochenende mehr Flüchtlinge angekommen, als in Deutschland in einem ganzen Jahr. Ich finde, da haben wir auch in Deutschland die moralische Verpflichtung, weitere Unterstützung zu leisten und diesen Vertriebenen eine menschenwürdige Unterbringung zu ermöglichen.

Auch das Land Nordrhein-Westfalen muss weiter gegen den gewaltbereiten Salafismus in unserem Land vorgehen. Der IS darf keinen Nachschub aus NRW bekommen. Wir müssen Ausreisen in Bürgerkriegsgebiete verhindern. Dazu gehört auch das Verbot von Versammlungen, wenn uns Salafisten mit Kundgebungen oder der so genannten „Scharia-Polizei“ provozieren wollen.

Wichtig ist es aber vor allem, den weiteren Zulauf zum gewaltbereiten Salafismus zu verhindern. Hierbei setzt das Präventionsprojekt des nordrhein-westfälischen Innenministeriums „Wegweiser“ an. Es sind Beratungsstellen eingerichtet worden, damit die zumeist jungen Männer nicht zum Terrorismus abdriften.

Lassen Sie mich abschließend eines sagen:

Vor allem auf Seiten der gewaltbereiten Salafisten gibt es Provokateure, die den Konflikt gerne zu uns tragen möchten. Meine Bitte ist es: Lassen sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass es dazu nicht kommt. Unsere Straßen und Plätze, unsere Schulhöfe und unsere Gotteshäuser sollen Orte des Friedens bleiben. Wir gemeinsam können dies vorleben. Und ich finde dafür ist diese Veranstaltung ein würdiger Rahmen und eine gute Botschaft an all diejenigen, die unsere Gesellschaft entzweien wollen. Wir in Lippe halten zusammen gegen den Terrorismus.

 

Spendenkonto:

Verband Kurdischer Ärzte in Deutschland e.V.

Stichwort „Detmold hilft Flüchtlingen aus Shingal und Rojava“

Deutsche Apotheker und Ärztebank

IBAN: De 39 3006 0601 0008 7790 23

BIC: DAAEDEDDXXX

 

 

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