Auch Villa am Hügel von Kinderbildungsgesetzt betroffen
22 Kinder aus fast dem gesamten Stadtgebiet betreut der Hort der Villa am Hügel in Detmold. Dort unterstützen sie besonders Kinder mit erhöhtem Lern- und Förderbedarf. Weil die Landesregierung das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) ändern will, droht dem Hort das Aus. Landtagsabgeordneter Dr. Dennis Maelzer (SPD) sowie Tino Duddeck, Leiter der Villa am Hügel und Heike Raczak, Verwaltungskraft haben sich getroffen, um sich über die Zukunft des Horts auszutauschen.
„Aus einem halben Dutzend Schulen kommen die Kinder hier zu uns“, sagt Duddeck. „Unser Ansatz ist es immer schon, den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und sie spezifisch zu fördern. Das wird in Zukunft immer schwerer, denn mit dem neuen KiBiz bekommen wir eine Kürzung offensichtlich durch die Vordertür. Wie ich das KiBiz lese, liegt der Fokus zukünftig auf der Betreuung von Kindern statt auf deren qualitativer Förderung. Die Arbeit mit Kindern wird auf Grund derer Lebensumstände immer Anspruchsvoller unddazu braucht es mehr Förderung.“
Der Hort der Villa am Hügel wird sowohl von der Stadt Detmold als auch aus KiBiz-Mitteln finanziert. Aus dem KiBiz fließt die sogenannte Kindpauschale zum Hort. Doch das könnte bald enden: Zum ersten August 2029 sollen im KiBiz die Kindpauschalen für Hort-Kinder wegfallen. So sieht es ein Referentenentwurf vor. Dr. Dennis Maelzer, der auch familienpolitischer Sprecher der SPD im Landtag NRW ist, kritisiert die KiBiz-Reform in NRW bereits seit Monaten. Die Sozialdemokraten protestieren gegen die Verschlechterungen im Gesetz. Die Freie Wohlfahrt stößt in das gleiche Horn.
„Der Hort der Villa am Hügel leistet eine wichtige Arbeit und gehört zum Mosaik der kindlichen Bildung hier in Lippe“, sagt Maelzer. „Das auch er der Reform des KiBiz zum Opfer fallen soll ist ein harter Schlag. Deshalb ist mir der Austausch mit den Fachkräften und ihren Erfahrungen hier vor Ort so wichtig. Nun werde ich mich mit einer kleinen Anfrage an die Landesregierung wenden.“
Wieviele Horte gibt es in NRW? Wieviele Gelder fließen an diese aus KiBiz-Mitteln? Diese und weitere Fragen greift Maelzer nun auf und stellt sie der Landesregierung. Mit den Fragen will Maelzer auf Landesebene aufzeigen, dass Horte auch heute noch eine Relevanz haben und ganz besondere Bedarfe im Land abdecken. Das dürfe nicht verlorengehen.