Gedenktafel am einstigen Wohnhaus von Felix Fechenbach in Detmold

Detmold. Es ist der 11. März 1933, ein Samstag, als SA- und SS-Männer vor dem Haus von Felix Fechenbach an der Oesterhausstraße in Detmold auftauchen. Seit zwei Jahren lebt der jüdische Journalist dort mit seiner Familie – und ist den Nazis schon lange wegen seiner kritischen Kolumnen ein Dorn im Auge. Die Braunhemden zerren Fechenbach aus seinem Haus und nehmen ihn fest. Er wird nie in seine Wohnung zurückkehren.

88 Jahre ist es nun her, dass Felix Fechenbach von den Nazis verschleppt und im August 1933 ermordet wurde – niedergestreckt mit mehreren Pistolenschüssen im Kleinenberger Wald. Dort, wo der jüdische Journalist und Sozialist zuletzt gelebt hat – an der Oesterhausstraße in Detmold –, erinnert nun eine Gedenktafel an Felix Fechenbach und seine Familie. Im Beisein der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, der Felix-Fechenbach-Stiftung, Nachfahren von Felix Fechenbach und dessen Frau Irma Fechenbach-Fey sowie von Anwohnern und Nachbarn ist die Tafel nun eingeweiht worden. „Ein weiterer wichtiger Mosaikstein, um das Gedenken an ihn hoch zu halten“, sagt Dennis Maelzer, Geschäftsführer der Fechenbach-Stiftung und SPD-Landtagsabgeordneter aus Detmold.

Dass eine Plakette nun sichtbar an den jüdischen Journalisten und seine Familie an der Oesterhausstraße erinnert, hatte sich mehr oder weniger zufällig ergeben. Bei Recherchen in der Schule zu jüdischen Spuren in Detmold hatte ein Kind festgestellt, dass es mit seiner Familie genau in dem Haus wohnt, in dem Felix Fechenbach zuletzt gelebt hatte. Schnell habe für die Familie festgestanden, dass das in irgendeiner Form gewürdigt werden sollte. Wenig später waren der Kontakt zur Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und zur Fechenbach-Stiftung hergestellt, die die Finanzierung der Gedenktafel übernahmen.

Bei der Einweihung erinnerte Detmolds Stadtarchivarin Bärbel Sunderbrink an Fechenbachs Wirken und sein Leben in Detmold. „Es ist immens wichtig, gerade in diesen Zeiten immer wieder an mutige Menschen wie Felix Fechenbach zu erinnern. Ein Mensch, der nicht nur weil er Jude war von den Nazis ermordet wurde, sondern auch wegen seiner offenen Kritik an Hitler und seinen Schergen sowie seiner politischen Überzeugung als Sozialist“, ergänzte Maelzer bei seiner Ansprache. Eine für alle sehr bewegende Rede zum Gedenken an seinen Großvater, den er nie kennenlernen durfte, hielt Felix Fechenbachs Enkel Balz Wiederkehr, der mit seiner Schwester Kathie Wiederkehr zur Einweihung gekommen waren. Alle seien der heutigen Bewohnerfamilie sehr dankbar, dass sie das Gedenken durch die Plakette ermöglichen und hoch halten.

Zwischendurch hatte die Bewohnerfamilie alle Teilnehmer der Einweihung in ihr Haus eingeladen. Ein für die Nachfahren von Felix Fechenbach durchaus berührender Moment. „Wenn ich mir vorstelle, dass meine Mutter hier als kleines Kind über den Holzfußboden gekrabbelt ist, bekomme ich ein ganz besonderes Gefühl“, sagte Kathie Wiederkehr, als sie ihren Blick durch das Wohnzimmer schweifen lässt, wo Felix und Irma Fechenbach-Fey mit ihren drei Kindern vor 88 Jahren ihre letzten Tage zusammen verbracht hatten.

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