Gutachten schlägt Orchesterfusion vor - Maelzer: Kostendruck auf Landestheater bleibt

Dr. Dennis Maelzer - MdL
Dr. Dennis Maelzer - MdL - vor dem Landestheater in Detmold

Detmold/Kreis Lippe.

Mehrfach hat die schwarz-grüne Landesregierung den Landestheatern in dieser Wahlperiode „Nullrunden“ verordnet. Davon ist auch das Landestheater Detmold betroffen. Die Gesellschafter hatten dadurch eine Deckungslücke von 1,3 Millionen Euro. Inzwischen liegt ein Gutachten zur Zukunft der Landestheater vor. Wird nun alles gut? Landtagsmitglied Dr. Dennis Maelzer (SPD) hat Zweifel und fordert eine höhere und verlässliche Finanzierung des Landesanteils.

„Unser Ansatz als SPD ist klar: Das Land muss seine Finanzierung erhöhen und gemäß den Tarifsteigerungen dynamisieren“, macht Maelzer deutlich. Eine entsprechende Zusage gab es im jüngsten Kulturausschuss nicht. Allerdings wird für das kommende Jahr einen höherer Landeszuschuss in Aussicht gestellt: „Ich nehme Ministerin Brandes beim Wort, wenn sie sagt, dass es in 2027 keine erneute Nullrunde geben wird. Wir haben aber genau vernommen, dass es auch dann keinen vollständigen Ausgleich des Fehlbedarfs geben wird. Der Kostendruck auf die Landestheater und ihre Träger bleibt also erhalten“, kritisiert Maelzer.

Immerhin soll es bald Gespräche mit den Landestheatern geben. Grundlage ist ein Gutachten des Unternehmens „Metrum“. Einige der Empfehlungen würden sich aber massiv auf den Betrieb des Landestheaters auswirken. Ein dynamisches Preissystem wie im Flugverkehr soll höhere Ticketpreise für beliebte Stücke mit sich bringen. Das Landestheater, das heute bereits als größte Reisebühne Europas gilt, soll seine Gastspiele noch weiter erhöhen und gleichzeitig mehr Drittmittel einwerben. Am einschneidendsten wäre sicherlich die Empfehlung einerFusion der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford und des Orchesters des Landestheaters Detmold. „Alle Vorschläge stellen aus meiner Sicht das Einsparpotential des Landes und nicht die Zukunftssicherung der Kunst in den Mittelpunkt“, beanstandet Maelzer.

Damit stünde das Landestheater Detmold aber noch immer besser da, als das Landestheater Neuss. Hier stelle das Gutachten eine Herabstufung zum Stadttheater und einen Komplettrückzug des Landes in den Raum. Von solchen „Drohszenarien“ hält Maelzer wenig.

Etwas verwundert zeigt sich Maelzer auch über die Aussage des CDU-Abgeordneten Klaus Hansen, wonach das Landestheater Detmold auf seine Unterstützung zählen könne: „Da frage ich mich schon, wo diese Unterstützung in den vergangenen Jahren war, als das CDU-geführte Kulturministerium eine Nullrunde an die nächste reihte und den lippischen Gesellschaftern ein Millionendefizit aufgebürdet hat.“

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