Hortförderung soll enden – auch Villa am Hügel betroffen

Die Landesregierung will die KiBiz-Förderung für Hortplätze spätestens ab 2029 beenden. Dann müssten Städte und Gemeinden die Angebote allein finanzieren oder streichen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Detmolder SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Dennis Maelzer hervor.

„Wo es heute noch Horte gibt, hat das in der Regel gute Gründe“, sagt Maelzer. „Dann handelt es sich um spezialisierte Einrichtungen, die ihren Fokus zum Beispiel auf Kindern haben, die sich in den OGS-Strukturen nur schwer auffangen lassen. Ohne die individuelle Förderung der Kinder würde eine wichtige Stütze im sozialen Netz wegfallen. Hier drohen Kinder durch das Raster zu fallen.“

In NRW betrifft das nach Angaben des Familienministeriums 1.096 Kinder in 46 Horten. Insgesamt 29 Jugendämter nutzen sie noch. Aktuell werden dafür knapp 9 Millionen Euro aus KiBiz-Mitteln gezahlt. Im Schnitt fließen damit gut 194.000 Euro pro Hort.

Auch Lippe ist betroffen. In den Tabellen der Landesregierung tauchen zwei Hortstandorte auf: einer bei der Stadt Detmold und einer beim Kreis Lippe in Blomberg. Zusammen laufen dort 72 Plätze über die KiBiz-Förderung. Maelzer nennt als Beispiel die Villa am Hügel des Kinderschutzbundes in Detmold.

„Die Städte und Kreise sollen es künftig allein finanzieren, ohne Unterstützung des Landes“, kritisiert der SPD-Politiker. „Die Kostenverlagerung auf ohnehin schon finanziell angeschlagene Kommunen wird dazu führen, dass zahlreiche Angebote eingestellt werden. Das kann nicht der richtige Weg sein“, sagt Maelzer und plädiert dafür, die Förderung weiterhin auch mit Landesgeldern zu ermöglichen.

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