27.10.2014 13:46

Rund 1.500 Menschen, davon viele Schüler der August-Hermann-Francke-Schulen, haben in Detmold an einer Kundgebung für verfolgte Christen im Irak und in Syrien teilgenommen. Der Landtagsabgeordnete Dr. Dennis Maelzer sprach ein Grußwort und stellte heraus, dass Religionsfreiheit für alle Religionen auf der ganzen Welt ein universelles Menschenrecht ist. Daher dürfe es keine Benachteiligungen aufgrund des Glaubens geben. Positiv stellte Maelzer heraus, wenn verschiedene Religionsgemeinschaften sich gemeinsam gegen Gewalt und Terror aussprechen.

 

Anbei die Rede im Wortlaut:

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

als Landtagsabgeordneter freue ich mich, dass so viele Menschen heute hier zusammengekommen sind, um darauf aufmerksam zu machen, dass auch heute noch viele Menschen auf dieser Welt aufgrund Ihres Glaubens Benachteiligungen, Unterdrückung, Gewalt und Vertreibung ausgesetzt sind. Sehr oft betrifft dies auch Christen.

Besonders ins Bewusstsein rücken in den vergangenen Monaten die schrecklichen Ereignisse im Irak und Syrien. Terroristen des so genannten Islamischen Staats begehen abscheuliche Verbrechen und verfolgen Christen, aber auch die Jesiden und andere Muslime in der Region.

Es ist genau einen Monat her, dass ich an dieser Stelle bei einer Mahnwache der Jesidischen Gemeinde sprechen durfte. Ich bin sehr dankbar, dass Vertreter der verschiedenen Glaubensgemeinschaften, der Jesiden, der christlichen Kirchen und auch der Moscheegemeinden deutlich gesagt haben:

Keine Religion rechtfertigt Mord, Vertreibung oder Unterdrückung. Wir in Lippe wollen friedlich miteinander leben und wir wollen die Freiheit, unseren Glauben leben zu dürfen. Und diese Freiheit wollen wir für die ganze Welt. Was können wir als Bürger in Deutschland und auch als Christen dafür tun? Ich weiß, ein kurzes Grußwort gestattet dazu keine langen Ausführungen, aber lassen Sie mich drei Punkte nennen, die mir dafür besonders wichtig erscheinen.

  • Lassen Sie uns in Deutschland vorleben, was die Freiheit des Glaubens bedeutet und ermutigen wir alle Menschen, die Deutschland in der Welt vertreten, Religionsfreiheit als universelles Menschenrecht überall dort einzufordern, wo Menschen aufgrund ihres Glaubens nicht die gleichen Rechte haben, wie die Mehrheitsbevölkerung.
  • Oftmals sind bei der Unterdrückung von Gläubigen die religiösen Gründe nur vorgeschoben. Es geht vielmehr um Macht und die Durchsetzung von Interessen. Verbreitet ist dies besonders in Staaten in denen die sozialen und ökonomischen Unterschiede groß sind. Und besonders dort wo staatliche Strukturen komplett erodieren. Man denke nur an den Irak, an Afghanistan, aber auch an Somalia. Oft genug trugen dazu auch Fehler westlicher Politik bei. Deutschland muss deshalb eine Entwicklungspolitik verstärken, die wirtschaftliche Ungleichheit lindert. In der Außenpolitik muss es ein wichtiges Ziel, staatliche Strukturen zu erhalten, denn ihr Fehlen macht Terror und Vertreibung wahrscheinlicher.
  • Lassen Sie uns die Menschen, die zu uns wegen Gewalt und Terror fliehen, mit offenen Armen empfangen. Hannelore Kraft hat auf dem Flüchtlingsgipfel in Nordrhein-Westfalen zusätzliche Hilfen für Flüchtlinge angekündigt. Ich bin froh, dass dies hier Parteien und Verbände gemeinsam an einem Strang ziehen. Aber auch wir als Christinnen und Christen können unseren Beitrag dazu leisten. In Detmold sind vor kurzer Zeit mehr als 350 Flüchtlinge angekommen. Ich bin froh, dass viele Menschen mit Kleiderspenden geholfen haben. Ich bin dankbar, dass sich auch die christliche Gemeinden stark für die Flüchtlinge engagieren. Stellvertretend möchte ich darum Pastor Maik Berghaus danken, der sich hier stark einsetzt.

In diesem Sinne wünsche ich der Kundgebung einen guten Verlauf und bedanke mich herzlich für die Möglichkeit, zu Ihnen zu sprechen.

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