Neues Kita-Jahr startet mit 345 Plätzen weniger: Maelzer sieht Kitas in Lippe weiter unter großem Druck
Kreis Lippe.
Mit dem Beginn des neuen Kita-Jahres am 1. August blickt der lippische SPD-Landtagsabgeordnete und familienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Dennis Maelzer, mit Sorge auf die Situation in den Kindertageseinrichtungen. Viele Familien und Beschäftigte starteten erneut unter schwierigen Bedingungen in das neue Betreuungsjahr. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres mussten in lippischen Kitas 72 Mal die Betreuungszeiten reduziert und 19 Mal einzelne Gruppen geschlossen werden.
„Auch in Lippe erleben viele Eltern, dass Betreuungszeiten eingeschränkt werden oder kurzfristig nicht feststeht, ob eine Betreuung überhaupt möglich ist. Gleichzeitig leisten die Beschäftigten in unseren Kitas jeden Tag Außergewöhnliches und gehen dabei häufig an ihre Belastungsgrenze“, sagt Maelzer. Nach Auffassung des Detmolder Abgeordneten sind die Probleme nicht zufällig entstanden. „Die personellen Unterbesetzungen nehmen weiter zu. Gleichzeitig gehen in Nordrhein-Westfalen mehr als 17.000 Betreuungsplätze verloren, obwohl bereits heute zehntausende Plätze fehlen – insbesondere für Kinder unter drei Jahren. Das verschärft den Druck auf Familien und Träger zusätzlich.“ In Lippe fallen ab August insgesamt 345 Betreuungsplätze im Vergleich zum Vorjahr weg.
Kritisch bewertet Maelzer die von CDU und Grünen beschlossene Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). „Die Landesregierung verkauft die Reform als Lösung, tatsächlich werden die strukturellen Probleme nicht beseitigt. Wenn größere Gruppen und weniger Fachkräfte die Antwort auf den Personalbedarf sind, wird der Mangel lediglich anders organisiert. Wissenschaft, Kita-Träger und Beschäftigte haben davor eindringlich gewarnt." Die SPD wolle nach der Landtagswahl einen anderen Kurs einschlagen. „Wir brauchen eine verlässliche Sockelfinanzierung für Kitas, damit ihre Finanzierung nicht länger von der Zahl der gebuchten Betreuungsstunden abhängt. Mehr Fachkräfte, kleinere Gruppen und eine bessere Sprachförderung in den Kitas sind notwendig, um die Qualität der frühkindlichen Bildung dauerhaft zu sichern. Außerdem wollen wir die Elternbeiträge schrittweise abschaffen und mit dem dritten Kita-Jahr beginnen.“
Zum Start des neuen Kita-Jahres richtet Maelzer seinen Dank an die Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen: „Sie sorgen jeden Tag mit großem Engagement dafür, dass Kinder gut betreut und gefördert werden – oft unter schwierigen Bedingungen. Dafür verdienen sie nicht nur Anerkennung, sondern endlich auch bessere Arbeitsbedingungen und eine Landespolitik, die frühkindliche Bildung zur Priorität macht. Ich wünsche allen Kindern, ihren Familien und den Beschäftigten einen guten Start in das neue Kita-Jahr.“