„Nur mit negativem Test in die Schule“

Kreis Lippe. Unter Kindern und Jugendlichen steigen die Corona-Fallzahlen derzeit besonders stark an. Um Infektionen frühzeitig zu erkennen, werden Corona-Tests in den Schulen eingesetzt. Doch nach Angaben des Lehrerverbandes NRW lehnt jede/r fünfte Schüler*in diese Tests ab. Eine beunruhigende Entwicklung, die in Lippe beispielsweise in Augustdorf zu beobachten ist.

„Im Austausch mit Bürgermeister Thomas Katzer habe ich erfahren, dass an manchen Augustdorfer Schulen mehr als die Hälfte der Eltern Corona-Tests ihrer Kinder verweigern“, berichtet der SPD-Landtagsabgeordnete Dennis Maelzer, der zugleich familienpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist. Wenn Schülerinnen und Schüler aber nicht mitmachten, könne die beste Teststrategie nicht funktionieren. Genau das müsse in der aktuellen Infektionslage aber zwingende Voraussetzung für Präsenzunterricht in den Schulen sein.

„Wir plädieren daher dafür, nach den Osterferien ein negatives Testergebnis zur Zugangsvoraussetzung für den Präsenzunterricht zu machen. Es macht schlichtweg keinen Sinn, wenn Schülerinnen und Schüler im Unterricht sitzen, ohne zuvor negativ getestet worden zu sein. Dann hat das Sicherheitsnetz zu grobe Maschen“, erklärt Maelzer. Genau dieser Widerspruch, der derzeit in den Schulen zu finden sei, werde auch zunehmend von besorgten Eltern geäußert. „Ich bekomme Nachrichten von Müttern und Vätern, die ihren Kindern nicht erklären können, warum sie mit nicht getesteten Mitschüler*innen in einer Klasse sitzen müssen“, berichtet Maelzer. Auch der Gemeinde Augustdorf, die eine der höchsten Inzidenzwerte in NRW aufweist, würde ein negativer Test als Zugangsvorausetzung zum Präsenzunterricht helfen.

„Anstelle einer allgemeinen Testpflicht, wie sie etwa der Städte- und Gemeindebund nun fordert, schlagen wir vor, dass die Schülerinnern und Schüler die Tests künftig zuhause machen und das negative Testergebnis für die Teilnahme am Präsenzbetrieb zur Schule mitbringen“, erklärt Maelzer. Dort könnten sie kontrolliert und gegen einen unverbrauchten Test für den nächsten Präsenztag eingetauscht werden. Schülerinnen und Schüler, die keinen Test durchführen wollen, bleibe die Teilnahme am Distanzunterricht. Sie wären dadurch nicht vom Unterricht ausgeschlossen. „Wir appellieren jedoch eindringlich an alle Eltern sowie Schülerinnen und Schüler, von den Tests auch Gebrauch zu machen. Die jetzt zugelassenen Spucketests bieten dafür weitere Möglichkeiten. Sie sind absolut kindgerecht und können auch zuhause problemlos selbst durchgeführt werden“, erklärt Maelzer: „Die Landesregierung muss daher jetzt Sorge dafür tragen, dass nach den Osterferien ausreichend solcher Tests für die flächendeckende Nutzung zur Verfügung stehen.“

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