Stiftung erinnert an die Ermordung Felix Fechbachs - Mahnung für die Meinungsfreiheit
Detmold/Warburg.
Bei einer Gedenkveranstaltung im Kleinenberger Wald bei Scherfede haben die Felix-Fechenbach-Stiftung und die SPD an den vor 93 Jahren von Nationalsozialisten ermordeten Journalisten gedacht. Fechenbach wurde 1933 während der Überführung von Detmold in das Konzentrationslager Dachau erschossen. Die Gedenkrede hielt der Bielefelder Sozialpfarrer Ingo Stucke.
Dr. Dennis Maelzer begrüßte als Geschäftsführer der Felix-Fechenbach-Stiftung mehr als 40 Anwesende am Gedenkstein. In seiner Rede hob er die Bedeutung der Meinungsfreiheit hervor: „Felix Fechenbach war jemand der die Meinungsfreiheit als sozialdemokratischer Politiker und als Journalist genutzt hat, um Widerspruch gegen das Erstarken der Nazis zu üben. Er tat das als politischer Redner und mit spitzer Feder.“
Wie schnell die Meinungsfreiheit sterben kann, zeigt Fechenbachs Beispiel anschaulich. Nach der lippischen Landtagswahl am 15. Januar 1933 wurde ihm von den Nazis Redeverbot erteilt. Die Reichstagsbrandverordnung wurde genutzt, um am 3. März 1933 das sozialdemokratische Volksblatt, das Organ für das Fechenbach schrieb, zu verbieten. Nur acht Tage später wurde Fechenbach in so genannte „Schutzhaft“ genommen und am 7. August 1933 mit 20 Schüssen in den Rücken endgültig zum Schweigen gebracht. „Auch heute ist die Meinungsfreiheit ganz konkret von Vertretern einer rechtsextremen Partei bedroht“, erklärte Maelzer und zählte im Anschluss zahlreiche Beispiele auf, in denen AfD-Abgeordnete Handschellen und Haft für Politikerinnen und Politiker demokratischer Parteien gefordert haben, bis hin zu der Forderung demokratische Politiker „zu entsorgen“.
Pfarrer Ingo Stucke warnte als Gedenkredner vor einem „menschengemachten Klimawandel in der Kommunikation“. „Rechte Populisten spielen virtuos mit Gewaltfantasien gegen Menschen anderer Herkunft, anderen Glaubens oder anderer Gesinnung“, so Stucke. Das seien Appelle an die niederen Instinkte des Menschen aus denen heraus auch die Mörder Fechenbachs gehandelt hätten.
Stucke erinnerte auch an Martin Niemöller, der erst spät zum Gegner der Nationalsozialisten geworden war: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte“, zitierte Stucke Niemöller.
Als „Lehre aus Weimar“ sei im Grundgesetz der Bundesrepublik die Möglichkeit des Parteienverbots verankert. Für Stucke ist es „Zeit für ein Verbotsverfahren gegen die sogenannte Alternative für Deutschland“.
Unter den Teilnehmenden war auch die Vorsitzende der Felix-Fechenbach-Stiftung, Katrin Freiberger. Dennis Maelzer dankte dem Warburger Bürgermeister Tobias Scherf und der stellvertretenden Detmolder Bürgermeisterin Corinna Peter-Werner, die mit Grußworten die Verbundenheit der Städte zum Gedenken an Fechenbach untermauerten. Patrick Engelbracht rief einem Schlusswort für die Warburger SPD die Teilnehmenden zu einer Gedenkminute auf. Die Ereignisse von damals seien Mahnung für die heutige Zeit.
Die Rede von Dr. Maelzer als Download (PDF Dokument) >>>
Die Rede von Pfarrer Stucke als Download (PDF Dokument) >>>
(Bildquelle / Bildrechte: Felix - Fechenbach - Stiftung <> Detmold)