Zwei neue Familienzentren für Lippe

Foto: Isabella Thiel

Kreis Lippe. 69 Familienzentren gibt es derzeit an Kitas im Kreis Lippe. Zum kommenden Kita-Jahr sollen zwei neue hinzu kommen und zwar auf dem Gebiet des Kreisjugendamtes und in Lage. Der lippische SPD-Landtagsabgeordnete Dennis Maelzer begrüßt den Ausbau. Er fordert aber mehr. Maelzer möchte auch Familienzentren an Grundschulen einrichten.

Familienzentren sollen allen Kindern, insbesondere aber auch aus benachteiligten Familien, gute Bildungschancen ermöglichen. Ab August wird es an mehr als 4.000 Kitas in Nordrhein-Westfalen dieses Angebot geben. Trägt eine Kindertagesstätte den Namen „Familienzentrum“, wird sie vom Land NRW finanziell gefördert. Dadurch können Eltern dort Beratungs- und Unterstützungsangebote bekommen. Außerdem werden die Kinder dort gezielt unterstützt. „Im Mittelpunkt stehen alle Themen rund um Familie und Erziehung. Und genau um diese Angebote geht es auch bei der Einrichtung von Familienzentren an Grundschulen“, erklärt Maelzer: „Was an Kitas gut funktioniert, sollten wir auch bei den Grundschulen in die Fläche bringen.“

Der SPD-Politiker verweist auf die Vorteile, Unterstützung für die gesamte Familie zu leisten: „Eltern sind die wichtigsten Lernpartner für die Kinder. Wenn wir sie in Erziehungsfragen gezielt begleiten, nützt das Kindern und Schulen gleichermaßen.“

In Nordrhein-Westfalen hängen Bildungschancen noch immer mit der sozialen Herkunft zusammen. Maelzer will das ändern und dafür stärker die Familien in den Blick nehmen. Inzwischen gäbe es Familienzentren an Grundschulen in etwa 25 Kommunen, in Lippe gehört noch keine dazu: „Nach der Kita setzen Familienzentren die kommunale Präventionskette an Grundschulen fort und verzahnen Bildungs- und Familienpolitik“, erläutert Maelzer. Für ihn ist das ein Zukunftskonzept. Deshalb setzt er sich bereits seit Jahren für einen landesweit flächendeckenden Ausbau ein und hat diese Forderung nicht nur im Abschlussbericht einer Enquetekommission zur Familienpolitik verankert, sondern auch im Wahlprogramm der SPD.

Nach der Landtagswahl am 15. Mai soll es deshalb schnell gehen. „Die entsprechenden Modellprojekte gibt, es fehlt die landesweite Förderung.“ Hier möchte der familienpolitische Sprecher der SPD ansetzen. Landesweit 1.000 Familienzentren würden etwa 40 Millionen Euro jährlich kosten. Eine Summe, die er für gut investiertes Geld hält. Mehr als 20 Familienzentren an Grundschulen könnten so zeitnah auch in Lippe entstehen.

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