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Trauma statt Gesundheit: Was geschah in Verschickungsheimen? - Ein Beitrag vom WDR vom 24.06.2021


Auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion hat der Landtag entschieden, sich intensiver mit dem Thema „Verschickungskinder“ zu beschäftigen.

Es ist mir wichtig, dass Missbrauch und traumatische Erfahrungen sowie politische Versäumnisse aufgearbeitet werden. Darum habe ich den Kontakt zu Betroffenen gesucht. Viele Betroffene leiden bis heute, zum Teil unter schweren Depressionen und Angstzuständen. Erst langsam beginnen sie zu verstehen, was mit ihnen passiert ist. Und sie haben begonnen, sich zu finden und sich zu artikulieren.

Wir sind es ihnen schuldig, dass wir hier gemeinsam an einem Strang ziehen und das Land NRW entsprechend unterstützt.


Meine Rede im Landtag vom 07.10.2020

Verschickungskinder wurden und werden diejenigen genannt, die als Kinder auf Kuren in Kindererholungsheime geschickt wurden. Von 1950 bis in die 1990er Jahre hinein wurde das praktiziert - bundesweit. Dabei waren die Betroffenen oft wochenlang von ihren Eltern getrennt. Viele erlebten Gewalt, wurden erniedrigt und drangsaliert.

Dieses dunkle Kapitel der Geschichte muss aufgearbeitet werden. Die Opfer, die sich erst nach und nach an die Öffentlichkeit trauen, brauchen unsere Unterstützung. Deshalb hat die SPD-Fraktion einen von mir initiierten Antrag gestellt, der genau das zum Ziel hat. Wir müssen Hilfen ermöglichen und das Leid der "Verschickungskinder" endlich anerkennen.

Meine Pressemeldungen zum Thema

Dennis Maelzer: „Verschickungskinder bei der Aufarbeitung ihrer Schicksale unterstützen – gemeinsames Signal der Anerkennung senden“

In der morgigen Sitzung des Ausschusses für Familie, Kinder und Jugend wird der Antrag der SPD-Fraktion zum Thema „Trauma ‚Verschickungskind‘. Verschickt um gesund zu werden – Demütigung und Gewalt gegen Kinder in Kinderheilanstalten“ debattiert. Hierzu erklärt Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

Verschickungskinder – Dennis Maelzer zu Gast bei Westpol

Heute beliebte Urlaubsziele, aber für viele Deutsche sind Orte wie Norderney, der Schwarzwald und Sylt mit schrecklichen Kindheitserinnerungen, ihren Erfahrungen durch die Verschickung in Kinderheime, verbunden. Die Thematik der Verschickungskinder wurde lange Zeit vergessen und erst durch den familienpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dr. Dennis Maelzer – zunächst durch eine Kleine Anfrage – auf die politische Agenda gesetzt.

Dr. Dennis Maelzer: „Verschickungskinder leiden bis heute – es ist Zeit für Aufklärung“

Die SPD-Fraktion im Landtag NRW hat heute (07.10.2020) den Antrag „Trauma ‚Verschickungskind‘. Verschickt um gesund zu werden – Demütigung und Gewalt gegen Kinder in Kinderheilanstalten“ in das Plenum eingebracht. Dr. Dennis Maelzer, Sprecher für Familie, Kinder und Jugend der SPD-Fraktion, erklärt dazu:

Ehemalige Kindererholungsheime: Gewalt und Strafen waren vielerorts an der Tagesordnung

Kreis Lippe. Mädchen und Jungen erlebten systematische Erniedrigungen, sie wurden drangsaliert, mit Tabletten ruhig gestellt, harte Strafen waren an der Tagesordnung: Was sich zwischen den 1950er und 1990er Jahren in zahlreichen Kindererholungsheimen in der Bundesrepublik abgespielt hat, belastet die Betroffenen bis heute. Doch erst jetzt beginnt allmählich die Aufarbeitung dessen, was zahlreiche sogenannte Verschickungskinder erlitten haben.