Auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion hat der Landtag entschieden, sich intensiver mit dem Thema „Verschickungskinder“ zu beschäftigen.

Es ist mir wichtig, dass Missbrauch und traumatische Erfahrungen sowie politische Versäumnisse aufgearbeitet werden. Darum habe ich den Kontakt zu Betroffenen gesucht. Viele Betroffene leiden bis heute, zum Teil unter schweren Depressionen und Angstzuständen. Erst langsam beginnen sie zu verstehen, was mit ihnen passiert ist. Und sie haben begonnen, sich zu finden und sich zu artikulieren.

Wir sind es ihnen schuldig, dass wir hier gemeinsam an einem Strang ziehen und das Land NRW entsprechend unterstützt.


Rede im Landtag vom 07.10.2020

Verschickungskinder wurden und werden diejenigen genannt, die als Kinder auf Kuren in Kindererholungsheime geschickt wurden. Von 1950 bis in die 1990er Jahre hinein wurde das praktiziert - bundesweit. Dabei waren die Betroffenen oft wochenlang von ihren Eltern getrennt. Viele erlebten Gewalt, wurden erniedrigt und drangsaliert.

Dieses dunkle Kapitel der Geschichte muss aufgearbeitet werden. Die Opfer, die sich erst nach und nach an die Öffentlichkeit trauen, brauchen unsere Unterstützung. Deshalb hat die SPD-Fraktion einen von mir initiierten Antrag gestellt, der genau das zum Ziel hat. Wir müssen Hilfen ermöglichen und das Leid der "Verschickungskinder" endlich anerkennen.